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Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt

Friedrich Fröbel – Leben & Werk im Schwarzatal

Kinder auf Erkundungstour im Fröbelwald
 
  • Wiege des Kindergartens – Neuentdeckung des kulturhistorischen Potenzials

    Der aus Oberweißbach stammende Pfarrerssohn Friedrich Wilhelm August Fröbel (1782–1852) gilt als Erfinder des Kindergartens. Er erlangte durch die Gründung des ersten Kindergartens 1840 in (Bad) Blankenburg Weltgeltung und gehört damit zu den Botschaftern deutscher Kultur in der Welt. Seine Idee von Kindheit ist heute so aktuell wie damals.

    Leben und Wirken des Pädagogen Friedrich Fröbel sind eng mit dem Schwarzatal verbunden. Seinen Heimatort Oberweißbach verließ Fröbel bereits zur schulischen Ausbildung in jungen Jahren. Nach Studium, Lehrjahren und seinem Kriegsdienst im Lützowschen Freikorps gegen Napoleon, kehrte er 1817 jedoch ins Schwarzatal zurück. Er verlegte seine ‚Allgemeine deutsche Erziehungsanstalt‘, die er ein Jahr zuvor in Griesheim/Thüringen gegründet hatte, in den kleinen Ort Keilhau bei Rudolstadt. Zahlreiche Schriften, u.a. die ‚Keilhauer Blätter‘ sowie die ‚Mutter- und Koselieder‘ stammen aus jenen Jahren und nehmen Bezug auf die Region.  So wurden die ‚Mutter- und Koselieder‘ in der Original-Buchfassung mit Szenen aus dem Schwarzatal illustriert. In (Bad) Blankenburg gründete Fröbel den ‚Allgemeinen Deutschen Kindergarten‘ und begann mit der Herstellung und dem Vertrieb seiner „Spielgaben“. Zum Ende seines Lebens verließ Fröbel das Schwarzatal erneut. In Bad Liebenstein/Thüringen gründete er eine Erzieherinnenschule und verstarb wenige Jahre später.

    Die Dichte an authentischen Lebens- und Wirkungsstätten Friedrich Fröbels macht das Schwarzatal einzigartig. Neben den Zeugnissen des historischen Fröbel in der Region, die an authentischen Orten in Museen, anhand von Denkmalen, bei Orts- und Wegbezeichnungen allenthalben zu finden sind, lebt der Geist Fröbels in der Region weiter. Fröbel-Kindergärten und Fröbel-Schulen vermitteln die pädagogischen Grundsätze bis heute. Fröbels Weltsicht ist dabei hochaktuell. Die Fröbelsche Philosophie findet sich in neuen touristischen Angeboten der Region, wie dem ‚Fröbelwald‘ an der Bergbahn oder den nach dem Motiv der Fröbelschen Bausteine gestalteten Wandereinstiegen wieder.

     

    Fröbel damals & heute – Angebote zum Anfassen & Erleben

    Der Fröbelwald an der Oberweißbacher Bergbahn ist ein in den letzten Jahren neu entstandenes Angebot, das Jahr für Jahr um weitere Stationen ergänzt wird. Anliegen Fröbels war es, dem Kind seine Umwelt durch aktives Erleben in der Natur nahe zu bringen. Zur Umwelt zählte für Fröbel auch die Arbeitswelt der Eltern. So gehören im Fröbelwald eine Wald-Köhlerei, ein Steinbruch und der Verweis auf die heimische Pflanzen- und Tierwelt als Lebensgrundlage der Menschen zu den interaktiv erlebbaren Angeboten. Im Fröbelwald vermittelt das Thüringer Forstamt Gehren ‚Walderlebnisse‘ für Kinder. Der Fröbelwald wird als außerschulisches Bildungsangebot im ‚Thüringer Schulportal‘ beworben.

    Das Fröbel-Museum Bad Blankenburg befindet sich in dem Gebäude des ersten Kindergartens, der nach dem feierlichen Akt der Gründung des ‚Allgemeinen deutschen Kindergartens‘ am 28.06.1840 in (Bad) Blankenburg eingerichtet wurde. In dem Museum wird das Werk Fröbels wissenschaftlich aufgearbeitet und theoretisch wie praktisch vermittelt. Dafür bietet das Museum u.a. spezielle Angebote für Kindergärten, Schulen und Kindern in ihrer Freizeit an.

    Auf der Fröbel-Spur und dem Fröbel-Wanderweg kann der Besucher, den Stationen einer Smartphone-Tour folgend, Fröbels Lebens- und Wirkungsstätten in und um Bad Blankenburg und Keilhau entdecken. Fröbel-Kindergärten und Fröbel-Schulen werden zum Teil bis heute in den historischen Gebäuden betrieben.

    Im Fröbel-Memorialmuseum Oberweißbach, dem Geburtshaus Fröbels, wird Fröbel als Mensch erlebbar. Das Museum zeigt originale Ausstattungs- und Gebrauchsgegenstände aus Fröbels Zeit. Aber auch die von ihm verfassten ‚Mutter- und Koselieder‘ werden hier in einer vor Ort vertonten Fassung erlebbar gemacht. Eine kurze Wanderung führt vom Museum zum Fröbelturm, einer Ausflugsgaststätte auf der Höhe. Auf deren Außengelände wurde unter Anwendung der Fröbelschen Spielanleitungen ein Kindererlebnispfad eingerichtet.

    Unter der Leitung der Stadt Bad Blankenburg haben sich außerdem Fröbel-Liebhaber sowie Akteure aus Fröbel-Einrichtungen, Fröbel-Stätten und Fröbel-Vereinen der Region zusammengeschlossen um Fröbels Erbe aus dem musealen Kontext heraus in die praktische Gegenwart zu holen. Sie haben 2013 die Fröbel-Dekade in die Welt gerufen, die sich in Veranstaltungen und Aktionen Fröbel, seiner Philosophie und Praxis und vor allem deren Bedeutung für unser heutiges Leben widmet.

    Die Fröbel-Stätten im Schwarzatal gehören bereits heute zu den Reisezielen internationaler Gäste, die insbesondere aus Fernost nach Thüringen kommen, um dem Geist Fröbels nachzuspüren. Wir laden auch Sie herzlich dazu ein auf den Spuren Friedrich Fröbels zu wandeln und attraktive Familien- und Kinderangebote zu entdecken!

    Mehr zum Thema, Fröbel, Projekte und Termine der Fröbel-Dekade sowie Informationen und Links zu den einzelnen Fröbel-Stätten und -Angeboten der Region erhalten Sie unter www.froebeldekade.de

  • letzte Änderung: 09.03.2016 11:18:00
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